Belarus sagt: Herzlichen Dank an alle Spender!

Vom 19. – bis 29. Mai 2013 konnten wir wieder einmal dank vieler Spenden eine Hilfsfahrt nach Belarus durchführen. Wir, d.h. Dieter Lutz und ich wurden freudig am Flughafen in Minsk von unserem Gastgeber aus Slawgorod und der Dolmetscherin Olga empfangen und nach Slawgorod gefahren. Dort wurden wir kurz vor Mitternacht mit einem typischen weißrussischen Gastmahl empfangen. Viel wurde noch besprochen und diskutiert, so dass wir nach einer kurzen Nacht am nächsten Tag nach einem wie üblich üppigen Frühstück nach Mogiljow aufbrachen um für die Schule Gischenka einzukaufen. Was für dortige Verhältnisse relativ zügig über die Bühne ging. Lediglich auf den Chef einer Firma mussten wir wegen der Unterschrift auf einen Liefervertrag lange warten.                                                                     Danach besichtigten wir noch die Kirche des Frauenklosters zum „Heiligen Nikolaus“. Erstaunlich mit welcher Pracht die Kirche in den vergangenen Jahren nach der Zweckentfremdung und Verwüstung während der Sowjetunion wieder renoviert worden war.

In der Klosterkirche des Klosters "St. Nikolaus".                  Innerhalb weniger Jahre mit Spenden renoviert.

Der nächste Tag begann mit Einkäufen auf dem Markt in Slawgorod für die Schule in Gischenka sowie dem örtlichen Sportverein. Danach folgte die  Besichtigung der Schule Gischenka wo man uns alle unsere Einkäufe, auch aus den Vorjahren zeigte und uns mit einem Konzert dankte. Viel Dank wurde uns und allen Spendern beim anschließenden Picknick am schwarzen See zuteil (zum Glück gab es nicht für jeden Spender einen Wodka zu trinken).

Picknick mit den Lehrerinnen und Lehrern der Schule Gischenka.

Mit schwerem Kopf ging’s dann zurück in unser Quartier, wo wir noch viele Stunden mit der Familie zusammen saßen und uns zwischendurch noch kurz die Stadt und ein typisches Holz-Wohnhaus ansahen.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Kritschev. Dort besichtigten wir den von Kaiserin Katharina der Großen für ihren Liebhaber Potjomkin erbauten Palast, welcher renoviert und als Gemeindehaus (Rathaus, Standesamt, Konzertsäle usw) genutzt wird. Von der alten Stadtanlage ist leider nichts mehr vorhanden.

Schloss Potjomkin in Kritschev

Nun hieß es Abschied zu nehmen von Slawgorod und den dortigen Freunden. Auf einem kleinen Umweg besichtigten wir noch Bobruisk (im Vorbeifahren) und kamen durch die Hochwassergebiete des Dnjepr und der Beresina. Die enormen Wassermassen bedrohten aber keine Siedlungen, da diese weit genug entfernt entstanden sind.

Frühjahres-Hochwasser der Beresina.

Einen besonderen Höhepunkt erlebten wir bei einem Ausflug zum Schloss Neswisch (Razewil) mit den behinderten Kindern der Tagesstätte „Offene Tür“, die wir auch in diesem Jahr finanziell unterstützten. Die Kinder und wir waren begeistert.  Besonders der Schlosspark mit den vielen Skulpturen beeindruckte sehr.

Schloss Neswisch

Beim anschließenden Picknick auf einem Rastplatz an der „Autobahn“ waren alle mit Begeisterung dabei.

Rast mit den behinderten Kindern.

Dann folgte ein anstrengender Tag: Einkaufen mit den Direktoren des Sonderschul-Internats Rudensk. In erster Linie ging es um Werkzeuge und Arbeitsmaterial für die Schule, aber auch um Ersatzteile für den von der EVS vor vielen Jahren gespendeten VW-Bus. Der riesige Autoteile-Markt bei Minsk bot gebrauchte Teile in Hülle und Fülle. Aber wer hat was? Zum Schluss waren alle zufrieden und in einer Garage in der Stadt fand sich der gewünschte Teil-Motor. Wir hoffen nur, dass er auch funktioniert.

Reifen, Motor und Anderes für das Sonderschul-Internat Rudensk

Im Internat konnten wir anschließend noch viele Dinge bewundern, welche wir in den zurückliegenden Jahren gekauft hatten.

Den Sonntag verbrachten wir ruhig auf einer Datscha wo wir von den Mitgliedern der Gesangsgruppe Kressiwa mit Speis und Trank verwöhnt wurden. Unsere beiden Dolmetscherinnen Olga und Larissa waren mit von der Partie.

Es wird gegrillt.

Am nächsten Tag war ausruhen und Stadtbummel angesagt.

Am Abend waren wir ins Ballett „Giselle“ eingeladen. Da vor unserem Hotel eine Haltestelle des Trollybusses (Oberleitungsbus) war und auch beim Opernhaus eine solche ist, nahmen wir dieses kostengünstige Verkehrsmittel (ca. 20 Cent) das sowohl vom Baujahr, wie auch von dem überaus „freundlichen“ Personal an die Zeit der UDSSR erinnert. Wer nicht schnell genug ein- oder aussteigt dem schnappt die Tür vor der Nase zu. Wir hatten dies ja auch schon in früheren Jahren erleben dürfen. Wir kamen glücklich hinein! Aber beim Aussteigen gab es Probleme. Ich schaffte es noch durch die Menschenmassen hindurchzukommen. Dieter aber nicht. Er stand total eingeklemmt vor der Tür und weg fuhr der Bus. Nun konnte ich nur hoffen, dass er den Weg ins Ballett findet. Er schaffte es an der nächsten Haltestelle auszusteigen und wollte zum Opernhaus laufen. Da aber ein so noch nie erlebter Wolkenbruch niederging war er innerhalb von Sekunden total durchnässt. Für ihn war das Ballet leider buchstäblich ins Wasser gefallen. Er fuhr mit dem Taxi zurück ins Hotel um sich zu trocknen.
Hätte bei uns ein Taxifahrer einen völlig durchnässten Kunden befördert?                 Weitere Besichtigungen und Besuche schlossen sich am nächsten Tag an.
Abends luden wir dann alle Freunde und Bekannte ins Café Franziskus in Minsk zu einem Abschiedsessen ein. Um am nächsten Morgen wieder nach Pfalzgrafenweiler heimzukehren.

Minsk (Zentrum) bei Nacht.

Dank vieler Spenden konnten wir wieder erheblich helfen:

Schule Gischenka                  8.052,41 €
Sportjugend Slawgorod             606,01 €
Behinderten-Tagesstätte        2.000,00 €
MS-Kranken Assoziation            900,00 €
Sonderschule Rudensk           2.183,97 €
Insgesamt:                       13.742,39 €

Allen Spendern sollen wir den Dank der Kinder, Eltern, Lehrer und Sozialpädagogen überbringen.
Auch wir vom Verein „Kinder in Tschernobyl“ bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung unserer Arbeit.



Unsere Fahrt vom 20.05. bis 30.05.2012 nach Belarus stand, da wir neue Reiseteilnehmer bei uns hatten unter dem Motto: „Helfen und Land und Leute kennenlernen“. Alles in Allem war unsere Fahrt wieder ein voller Erfolg.                   Mit dabei waren Dietrich und Ursula Galsterer, Max und Karin Kappler, Dieter Lutz und Heinz Weiß.

Wir sollen alle Spender herzlich grüßen und vor Allem danken für die wiederum großzügige Hilfe.

Niemand von uns hatte den Eindruck, dass unsere Hilfe unnötig sei, denn die Lebensbedingungen haben sich in Belarus in keinster Weise verbessert. Im Gegenteil, bei einer Inflationsrate um 50 % ist der Lebensstandard gesunken. Jetzt wurde versprochen die Gehälter und Renten vierteljährlich um 15 % zu erhöhen. Das hört sich zunächst gut an, bei der galoppierenden Preisentwicklung wird es aber gerade reichen um den jetzigen Standard zu erhalten. Sollte es etwas mehr werden, ist das bei einer Kaufkraft um 140 Euro im Monat für den einfachen Bürger nur zu begrüßen.

Trotz diesem bescheidenen Einkommen war die Gastfreundschaft, auch dort wo wir keine Hilfe leisteten, wieder überwältigend, ja nahezu beschämend.

Neben der „Arbeiterklasse“ bildet sich so langsam eine Mittelschicht. Besonders beim Wohnungsbau  und in im Straßenverkehr in Minsk zeigt sich eine kleine aber desto reichere Oberschicht.

Eines verbindet alle: der Stolz auf die positiven Veränderungen in der Infrastruktur des Landes. Neue Sportarenen, Straßen und Autobahnen entstehen oder sind schon in einer Pracht vorhanden, welche die „Allianz-Arena“ in München noch übertrifft. Dass sie, die Bürger, dies alles mit einer hohen Inflation bezahlen wird dabei nicht zur Kenntnis genommen. Auch wird übersehen, dass auf dem Land nichts geschieht und sich auch in den Städten die „Hinterhöfe“ nicht verändern. Ein Reiseteilnehmer meinte „das Leben auf dem Lande ist wie bei uns vor hundert Jahren“.

Nach einem ruhigen Flug mit der „Belavia“ kamen wir am späten Nachmittag in Minsk an und wurden von unserem Fahrer Sascha, welcher uns die ganze Zeit zur Verfügung stand, am Flughafen abgeholt und zum Hotel Tourist gebracht. Wir  verbrachten dort den restlichen Tag, nicht ohne das neben dem Hotel liegende Kaufhaus Belarus zu besuchen, um das Angebot und die Preise zu studieren.

Am nächsten Tag war ein Stadtrundgang angesagt. Mit der U-Bahn ging’s ins Zentrum. Kunsthalle, Kathedrale, Insel der Tränen und vieles andere beeindruckte. Abends hatten wir alle Freunde und Bekannte aus Minsk zu einem Essen im „Franziska“ eingeladen. Es war ein interessantes „Arbeitsessen“.

Die wieder aufgebauten Schlösser Mir und Neswisch beeindruckten uns gewaltig. Standen hier doch noch vor wenigen Jahren nur Ruinen.

Schloß MIR

Schloß Neswisch  

Ein Besuch im Freilichtmuseum bei Minsk ist immer einen Besuch wert. In jedem der alten Häuser ist ein Führer vorhanden. Auch so kann man Arbeitsplätze schaffen. Dasselbe gilt auch für die besichtigten Schlösser.

Das Freilichtmuseum bei Minsk.                 So wohnen die Menschen aber auch heute noch in den Dörfern und Kleinstädten!

Auf der Rückfahrt nach Minsk macht Sascha mit uns noch eine Stadtrundfahrt um uns die Attraktionen außerhalb des Zentrums zu zeigen: Bibliothek, Eissport- und Radrennarena, Siegesplatz, Neubau des Kriegsmuseums u.v. andere mehr.

Das Kongresszentrum Bibliothek in Minsk

Am Abend waren wir dann Gäste des Gitarren Clubs und genossen ein herrliches Konzert. Der Gitarrenspieler und Komponist war früher einmal mit der Gesangsgruppe Kressiwa in Pfalzgrafenweiler, also ein alter Bekannter.

Nun hieß es Abschied nehmen von Minsk. Nachdem unsere Dolmetscherin Olga eine andere deutsche Reisegruppe verabschiedet hatte, ging es auf der neuen Autobahn in Richtung Mogilev am Dnjepr. In Mogiljev machten wir Pause und besichtigten die Stadt. Fußgängerzone, Kriegerdenkmal, eine Pizzeria mit leckerem Kuchen u. anderes waren zu bestaunen.

Das wieder aufgebaute alte Rathaus in Mogilev.

Von Mogilev ging es dann weiter nach Slawgorod dort wurden wir von unseren Gastgebern Olga, Lena und Valentin herzlich willkommen geheißen und zu einem fürstlichen Essen gebeten. Da es in Slawgorod kein Hotel gibt wurden wir sechs Weilermer auf drei Wohnungen verteilt wobei Olga und Valentin ihr Haus zur Verfügung stellten. Zunächst aber machten wir einen Verdauungsspaziergang um den See und eine kleine Stadtbesichtigung. Dann hieß es gute Nacht.

Empfang bei unseren Gastgebern in Slawgorod.

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir zunächst ins „Kaufhaus“ Magazin und erledigten dort die Einkäufe für die Schule in Gischenka. Für 59.822.000,00 Rubel hatten wir dort Waren bestellt und erhalten, die direkt in die Schule geliefert wurden. Von dort aus besuchten wir die Gedenkstätte in Lesnia für den Sieg Peter des Großen über die damals schwedischen Landesherren incl. des Museums. Danach wurden wir in der Schule Gischenka erwartet. Der Rektor kam uns freudestrahlend entgegen und zeigte uns in der Turnhalle die von uns getätigten Einkäufe sowie die Schule. Die Schüler warteten schon ganz ungeduldig bis wir fertig waren, denn sie hatten für uns ein Konzert vorbereitet. Sie waren mit Feuereifer bei der Sache und machten ihre Sache sehr gut.

Ein Teil unserer Spenden in der Sporthalle der Schule Gischenka.               Sie werden dort gelagert bis das Schulamt die Genehmigung zur Annahme der Spenden und deren Gebrauch genehmigt.

Die Schüler der Schule Gischenka empfangen uns mit Gesang und Tanz.

Nach einer kurzen Erholungspause in der „Villa Olga“ fuhren wir zum blauen See, denn seit diesem Tag konnte die Pontonbrücke die das Militär jedes Jahr aufbaut, befahren werden. Dem Wasser dieses Sees werden heilende Kräfte zugesprochen, doch das christliche Fest findet erst später im Jahr statt. So waren wir fast ganz alleine an diesem See. Einerseits angenehm wegen der Ruhe aber doch schade für diejenigen unter uns die dieses Fest noch nie erlebt haben. Damit war aber der Tag noch nicht zu Ende. Vorbei am von einem französischen Konzern modernisierten Milchwerk welcher französischen Käse produziert (bis dahin deutschen Käse) ging es in die wegen radioaktiver Verstrahlung gesperrte Zone. Es ist schon erstaunlich, dass die Äcker in diesem Gebiet und die Rinderherden noch größer sind als vor einem Jahr.                                                                                                                   Mit Musik, Gesang und einem guten Essen ging auch dieser Tag schnell zu Ende.        

Dreimal durch das kalte Wasser waten bringt Gesundheit und Glück!

Die wider aller Vernunft landwirt-schaftlich genutzte radioaktive Sperr-zone bei Slawgorod.

Der neue Tag führte uns zunächst zum Sportstadion, welchem wir einen Rasentrimmer spendeten. Der Sportdirektor, der uns am Abend zuvor besuchte und mit seiner Handharmonika unterhielt, erwartete uns freudestrahlend und zeigte uns sein Reich. Von dort aus schlenderten wir über den Wochenmarkt und fuhren dann zurück zur Schule in Gischenka um zusammen mit den Lehrern an den schwarzen See zum Schaschlik zu fahren. Dort verbrachten wir einige schöne Stunden in Begleitung von Schwärmen von Schnacken und konnten bei weitem nicht alles essen was uns angeboten wurde.

Wochenmarkt in Slawgorod.

Auf der Rückfahrt nach Minsk besuchten wir noch eine Bekannte auf ihrer Datscha und machten wieder in unserem Hotel Tourist Quartier. Am nächsten Morgen besuchten wir die Kinder und Eltern der Behinderten Tagesstätte „offene Tür“ auf der Datscha einer Mutter, um ihnen auch ein Geschenk zu machen. Diese Elterninitiative steckt im Moment in großen Schwierigkeiten, da die Gelder aus Schweden für die Räumlichkeiten nicht mehr kommen (dürfen) und sie nun die Kinder zu Hause behüten müssen. Ein Raum in einem Jugendzentrum steht ihnen zusätzlich noch zur Verfügung. Hier ist Hilfe dringend erforderlich, die wir aber in vollem Umfang nicht leisten können. Schade!

Besuch bei den Kindern der Tagesstätte "offene Tür" auf einer Datscha.

 

                     

 


Ein letztes Ziel vor unserer Abreise war dann noch das Waisenhaus-Internat für behinderte Kinder in Rudensk. Auf dem Hinweg kauften wir im Beisein der Direktoren noch verschiedenes ein.

Sonderschul-Internat Rudensk.

Theaterbesuch im Opernhaus Minsk

Ein Besuch im Opernhaus mit dem Ballett „Don Quichote“ schloss unseren Aufenthalt in Belarus ab.
Alles in Allem war unsere Reise wieder ein voller Erfolg.

Wir konnten wie folgt helfen:

Sonderschul-Internat Rudensk 1.976,44  €
Tagesstätte für behinderte Kinder   1.977,52  €
Kinderferien in Metzingen               2.500,00 €
MS-Krankengesellschaft in Minsk    &00,00 €
Schule in Gischenka                        6.387,51 €
Sportjugend in Slawgorod     551,26 €
Ausgaben für Hilfe in Belarus    13.992,73 €


   
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