Von Uwe Ade, Südwestpresse Horb:

Der Verein „Kinder in Tschernobyl“ aus Pfalzgrafenweiler hilft seit Jahren in Weißrussland
 

Hilfsgüter im Wert von etlichen Tausend Euro verteilte der Verein „Kinder in Tschernobyl“ aus Pfalzgrafenweiler vergangene Woche. Fünf Vertreter waren in Weißrussland und kauften vor Ort für die im letzten Jahr eingegangenen Spenden Waren für bedürftige Einrichtungen.

Pfalzgrafenweilers Alt-Bürgermeister und Vereinsvorsitzender Dietrich Galsterer flog zusammen mit HGV Vorsitzendem Josef Schübel, dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees La Loupe, Dieter Lutz, sowie Karl Theurer und Uwe Ade von Stuttgart über Wien nach Belarus. Während des Aufenthalts wurden sie von Dolmetscherin Olga Seregina begleitet. Bei kontinentaleuropäischem Klima schwitzten die Besucher während ihres Aufenthalts bei täglich um 30 Grad Celsius.

Große Gastfreundlichkeit, malerische Landschaften, unberührte Natur, aber auch den krassen Gegensatz der ländlichen Gegend zum europäischen Flair in der Hauptstadt Minsk erlebten die Besucher im 9,5 Millionen Einwohner zählenden Land.

Neben Waisenkindern in Rudensk wurde auch eine Schule und eine Sportstätte im ländlichen Gebiet, 300 Kilometer östlich an der russischen Grenze in der Nähe der Stadt Mogiljow, dem Heimatgebiet des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, besucht. Dort verbrachte die Gruppe die ersten Tage am Rande der Kreisstadt Slawgorod (7.000 Einwohner) im am meisten von der Tschernobyl-Katastrophe verseuchten Gebiet. Im gesamten Außengebiet von Slawgorod wie auch auf dem Weg von Minsk entlang der Straße fielen überall kleine Holzhäuser mit Zäunen, ungeteerten Wegen und Straßen auf – ähnlich bei uns in den 50er Jahren.

25 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl ist die verseuchte Gegend, in der früher ganze Dörfer waren, noch immer gesperrt. Das Bild zeigt von links: HGV-Vorsitzender Josef Schübel, Karl Theurer, Dieter Lutz, Uwe Ade und Dietrich Galsterer. Bilder: lia

Mit 93 Jahren lebt Ksenia, die Mutter von Dolmetscherin Olga, allein in einem kleinen Holzhaus.
Sie war früher Försterin.

Seit 2005 wird die Schule in Gischenka, in der übrigens auch Deutsch auf dem Stundenplan steht, unterstützt. Ob PC-Einrichtungen, neue Tafeln, Farben und Lacke fürs Gebäude oder Sportgeräte und Inventar – dem Schulzentrum Gischenka, das am Rande der „Todeszone“ liegt, wurde schon viel geholfen. Als Dank gab es zusammen mit den Lehrkräften einen Grillnachmittag. Zum Glück waren die Besucher vorgewarnt und hatten sich mit Mitteln gegen Stechmücken versorgt. Trotzdem gab es etliche Stiche.

Im staatlich geführten Laden in einem Vorort von Slawgorod wurde für die Schule in Gischenka eingekauft.

Außerdem wurde die gesperrte Zone besichtigt. Eine teilweise landwirtschaftliche Nutzung wird erst seit kurzem dort wieder zugelassen. Makaber erscheint an manchen Stellen die Kombination des Warnschilds für die atomare Strahlenbelastung und direkt dahinter Getreide oder Rapsfelder. Es war das am meisten betroffene Gebiet von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren. Etliche Dörfer wurden nach dem GAU abgerissen. Büsche, Bäume und Wildnis prägen heute diese ehemaligen Wohngebiete. Die Menschen zogen überwiegend in die Kreisstadt Slawgorod. Dort gibt es für die Dörfer eine Art Friedhof – für jedes abgerissene Dorf steht ein Gedenkstein. Etwa die Hälfe der Menschen in der Kreisstadt arbeiten laut Dolmetscherin Olga bei der Kreisverwaltung, der Rest als Lehrer an den Schulen und bei der Miliz.

Ein Wahrzeichen des Kreises Slawgorod ist die russisch-orthodoxe Kirche in Lesnaja, die im militärischen Stil errichtet wurde.

Für die letzten Tage gab es einen Umstieg – vom Leben in ärmlicher Behausung auf dem Land ging es für die Gruppe in ein Hotel in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Dort wurde die Behinderten-Tagesstätte „Offene Tür“, in der Kinder mit einem Down-Syndrom betreut werden, und ein Waisenhaus und Sonderschul-Internat in Rudensk besucht und beschenkt. Um die 100 Waisen und Kinder, deren Eltern das Sorgerecht (meist wegen Alkoholproblemen) entzogen wurde, leben im Waisenhaus. Neben Schule und Ausbildung bewirtschaften die Kinder zusammen mit den Lehrern eine ca. 50 Hektar große Landwirtschaft überwiegend für den Eigenbedarf. Ein Teil der Erzeugnisse wird auf den Märkten der Umgebung verkauft.

Parks, Grünanlagen und Seen stehen als gut eingerichtete Naherholungsorte für Einwohner und Gäste in Minsk zur Verfügung. Auffallend zudem, dass an Allen Ecken gebaut wird – architektonisch schön gestaltete Hochhäuser und Geschäfte und Wohnungen sind in der Millionenstadt am Entstehen. Problem ist derzeit die große Inflation – in den letzten Wochen wurden viele Preise (Brot und Wodka ausgenommen) teilweise weit mehr als verdoppelt. Der Durchschnittslohn in Weißrussland liegt momentan bei 200 € - an unterster Stelle dabei Lehrer mit unter 100 €, am Besten bezahlt sind die Angestellten der Miliz.

Bei fast jedem Essen dabei waren Pilze und Kartoffeln als ein untrennbarer Bestandteil der belarussischen Küche. „Wir werden die Bulbascha (Kartoffelleute) genannt, erzählt Dolmetscherin Olga. In Belarus wurden schon immer viele Kartoffeln angepflanzt und gegessen. Das ist im ländlichen Gebiet ersichtlich – vor oder neben vielen der Holzhäuser ist neben dem Kräutergarten ein Kartoffelacker.

Ein kultureller Höhepunkt war der Besuch im neu renoviert Zirkus in Minsk – dort verfolgten die Gäste auf Einladung der Direktorin das Programm von der Ehrenloge aus. Mit dabei war Boris, der Leiter des Minsker Gorki-Theaters, einem von über 30 Theatern, die es in Minsk gibt.

Als weiteres folgte ein Treffen auf der Datscha der früheren Dolmetscherin Laryssa. Rund 30 Prozent der Minsker Einwohner haben solche Datschas rund um die Stadt. Es sind ganz kleine Siedlungen mit kleineren Häuschen mit Garten. Dort trag man auch auf die bekannte weißrussische Folklore- und Gesangsgruppe „Kressiwa“, die schon in Pfalzgrafenweiler auftrat.

Alles verlief reibungslos. Bis auf den Koffer von Dieter Lutz – dieser war bei der Ankunft in Stuttgart nicht mehr da. Er war beim Zwischenstopp in Wien nicht ins Flugzeug umgeladen worden und wird nachgeliefert. 

Folgende Institutionen und Personen wurden von uns bedacht:                           Schule in Gischenka                                          -: 6.877,84 €                                     Sonderschul-Internat und Waisenhaus Rudensk   -: 2.862,26 €                                    Sportjugend in Slawgorod                                  -: 1.232,47 €                                    MS-Kranke in Minsk                                           -:    900,00 €                                   Behinderten Kindertagesstätte in Minsk               -: 2.000,00 €                                    SOS Kinderdorf                                                 -:    500,00 €                            Insgesamt                                                     -: 14.372,57 €




Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise konnten wir auch in diesem Jahr eine Hilfsfahrt nach Belarus durchführen. Mit großer Freude durfte ich feststellen, dass trotz dieser Krisen das Spendenaufkommen nicht wesentlich zurückgegangen ist. Herzlichen Dank!

Umso größer war die Freude in Belarus, da man dort natürlich auch von diesen Krisen gehört hat und mit bescheidener Hilfe rechnete. Wir sollen Allen den Dank und die Freude über die Hilfe übermitteln. Vielen, vielen Dank sagen unsere Freunde. Man muss die Freude, die leuchtenden Augen der Beschenkten selbst sehen, um die Dankbarkeit zu erkennen. Dies ist nicht gespielt, das ist echt.

Auch in diesem Jahr flogen wir von Frankfurt direkt nach Minsk und wurden dort von Dr. Karavai und Fahrer Anatolij empfangen und zum Hotel Tourist am Stadtrand von Minsk gefahren. Eine ziemlich trostlose Gegend, aber alle preiswerten Hotels im Stadtzentrum waren belegt und wir wollten nicht in den teuren Hotels (250,00 – 500,00 EURO pro Nacht) logieren.


Am nächsten Tag besuchten wir die Behinderten-Tagesstätte „Offene Tür“ in Minsk, informierten uns über die dortige Arbeit und freuten uns über die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, welche auch mit unserer Hilfe betreut werden.

Nachmittags begleitete uns die Gesangsgruppe „Kressiwa“ ans Minsker Meer und lud uns zu einem köstlichen Abendessen ein. Danach besuchten wir noch unseren Freund Eduard Dubowski in seiner Profi-Boxschule.

Ein anstrengender neuer Tag war angesagt: Einkaufen mit den Direktoren des Sonderschul-Internats Rudensk. Wir hetzten von Geschäft zu Geschäft und warteten mehr oder weniger geduldig bis die Herren sich entscheiden konnten was letztendlich gekauft werden soll, denn wir geben ja bekanntlich kein Bargeld sondern kaufen immer an Ort und Stelle ein. In Begleitung des Artdirektors des Gorkitheaters in Minsk besichtigten wir dann das Internat.


Erholung gönnten wir uns dann am nächsten Tag. Wir fuhren mit den „Kressiwa“ ins Freilichtmuseum Oserzo , besichtigten die Schlösser  Mir und Nesvisch der früheren Landesherren von Radzywill. Diese werden seit Jahren renoviert, da sie in der Sowjetzeit geplündert und erheblich zerstört wurden. Sie waren eigentlich nur noch Ruinen. Dann besuchten eine Datscha und


feierten dann mit Freunden und Bekannten in Minsk Willkommen. Ob dieser Tag die erhoffte Erholung war?
Am nächsten Morgen ging’s dann in Richtung Gischenka an der russischen Grenze. Unterwegs trafen wir in Mogilev die Rektoren der Schule zum Einkaufen. Sportartikel, Tafeln und Gebrauchs-gegenstände für die Unterhaltung der Schule und seiner Umgebung standen auf dem Einkaufszettel.

Das Schulfest zum Schuljahresende am nächsten Morgen war beeindruckend. Leider konnten wir die vielen Reden, insbesondere der Abiturienten nicht verstehen.


Anschließend fuhren wir in die wegen zu hoher Strahlenbelastung gebildete Sperrzone, in welcher die Dörfer abgerissen wurden und erst jetzt teilweise wieder eine landwirtschaftliche Nutzung zugelassen wird.

Ein Schaschlik mit den Lehrerinnen und Lehrern der Schule in Gischenka, sowie wieder ein gemütlicher Abend in unserem Privatquartier rundeten den kommenden Tag ab.


Auf der Rückfahrt nach Minsk wollten wir noch eine Bootsfahrt auf dem Dnepr machen. Doch leider durften die Boote nicht auslaufen um die Welse nicht beim Laichen zu stören.

Eine besondere Überraschung erlebte ich dann im Gorki-Theater. Das belarussische Fernsehen war da und machte mit mir ein Interview über unsere Arbeit in Belarus.

Dann kam der Abschied. Olga und Anatolij brachten uns zum Flughaben und heim ging’s.

Insgesamt konnten wir für:
 
Schule in Gischenka                    10.180,71 €
Sportjugend in Slawgorod                756,09 €
Behinderten-Tagesstätte in Minsk   2.500,00 €
MS-Kranke in Minsk                           800,0 €
Sonderschul-Internat Rudensk        4.869,53 €
Waren im Wert von                    19.106,33 €

einkaufen.


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Auch in diesem Jahr war die Dankbarkeit und Freude über unseren Besuch und die Hilfe in Belarus wieder überwältigend.

Wir sollen alle Spenderinnen und Spender aufs allerherzlichste grüßen und den Dank und die Freude über die Hilfe überbringen,
was mir aber leider nur in dürren Worten gelingt. Man muss die Freude erleben, nur dann kann man begreifen wie dankbar die Menschen in Belarus sind.

Der Flug von Frankfurt nach Minsk verlief reibungslos und die Zollkontrolle war freundlich und ungewohnt schnell.
Am Flughafen wurden wir schon von unserer Dolmetscherin und Fahrer Anatol erwartet. Er hat jetzt einen VW-Bus vom Flughafen Wien, der zwar rollstuhlgerecht, aber da er nur als Transporter im Flughafenbereich benutzt wurde, auf den  Sandstraßen gelegentlich nur noch durch Muskelkraft fortbewegt werden konnte.
Bei strömendem Regen und ab und zu einer kalten Dusche im Fahrzeug, weil das Dach nicht dicht war, fuhren wir in Richtung russischer Grenze nach Slawgorod.Dort wurden wir von unseren Gastgebern Olga und Walentin, die seit wenigen Wochen Dusche und WC im Haus eingebaut haben, aufs herzlichste begrüßt und verköstigt.


Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Boromäus-Festes am "Blauen See" bei Slawgorod. Zu diesem Fest kommen zigtausend Menschen aus fast allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion zusammen.


Dort wird der neue Honig gesegnet und verkauft, die Priester taufen Jung und Alt mit dem heiligen Wasser des Sees wie am Fließband. Kranke und Menschen welche sich vor Krankheiten schützen wollen, tauchen mehrmals in das eiskalte Wasser. Kommentar: Wer dabei nicht krank wird ist tatsächlich gesund! Man muss dieses Fest mit Jahrmarkt und tiefer Religiosität einmal erleben!

Am Abend besuchten wir noch das Denkmal des Sieges von Peter dem Großen über die Schweden, bummelten noch ein wenig durch Slawgorod um dann mit den Lehrerinnen  und Lehrern der Schule in Gischenka, für die wir für einige tausend Euro Lehr- und Lernmittel gekauft hatten, am schwarzen See bei einem zünftigen Schaschlik zu feiern.


Der nächste Morgen war grausam, nicht wegen der vielen Trinksprüche vom Vorabend, sondern erst jetzt bemerkten wir, dass uns ein Heer von Stechmücken gestochen hatte. Trotzdem machten wir uns auf, um die Schule in Gischenka zu besichtigen. Die Lehrer hatten geputzt, gestrichen und tapeziert und zeigten uns ihre Arbeit voller Stolz (zu Recht). Auch zeigten sie uns die von uns in den letzten Jahren gekauften Maschinen, Geräte und Lehrmittel. Auch sagten sie uns, dass ihre Schule nun zur Mittelpunktschule wurde, dank der guten Ausrüstung aus Pfalzgrafenweiler. Das tat uns natürlich auch gut!

Tags darauf hieß es Abschiednehmen. Wir fuhren zunächst nach Mogilev, um diese Stadt, die nach dem Krieg beinahe Sitz der Regierung der SR Belarus geworden wäre, zu besichtigen. Viel gab sie nicht her, war aber trotzdem interessant, dank auch eines Denkmals für Nikolaus Kopernikus am sogenannten Sternenplatz. Gegen Abend 

                  

erreichten wir dann Minsk und bezogen unser Quartier.

Die nächsten Tage waren ausgefüllt von kleineren Stadtspaziergängen und Einkäufen mit den Herren Direktoren aus Rudensk. Besichtigung des Sonderschul-Internats Rudensk, der Tagesstätte „Offene Tür“ in Minsk. Ein besonderer Genuss war ein Besuch des Zirkus zusammen mit dem ehemaligen Direktor des Gorki Theaters, welcher für uns wieder einen Platz in der Ehrenloge organisiert hatte.

Den letzten Tag verbrachten wir auf dem Fest (Verkaufsmarkt) zum bevorstehenden Beginn der Schulen und Universitäten. Auch hatten wir Gelegenheit die Weltmeisterschaften der rhythmischen Sportgymnastik im Sportpalast zu besuchen.

Müde und mit vielen neuen Eindrücken beladen kehrten wir dann gerne wieder nach Pfalzgrafenweiler zurück.

 
Insgesamt konnten wir für:

Schule in Gischenka               -: 5.683,72 €
Sportjugend Slawgorod          -:    509,08 €
Beh. Tagesstätte in Minsk       -: 1.500,00 €
Straßenkinder in Minsk           -: 1.000,00 €
MS-Kranke in Minsk               -:    600,00 €
Sonderschul-Internat Rudensk    4.017,60 €
Insgesamt Waren im Wert von  14.259,43 €

einkaufen.






Auch in diesem Jahr war die Dankbarkeit und Freude über unseren Besuch und unsere Hilfe in Belarus wieder überwältigend. Wir sollen alle Spenderinnen und Spender aufs allerherzlichste grüßen und den Dank und die Freude über die Hilfe überbringen, was mir aber leider nur in dürren Worten gelingt. Man muss die Freude erleben, nur dann kann man begreifen wie dankbar die Menschen in Belarus sind.

Der Flug von Stuttgart über Wien nach Minsk verlief reibungslos, aber dann benötigte ich doch eine ganze Stunde um durch den Zoll zu kommen, da meine Deklaration der Devisen immerhin um fünf Euro vom tatsächlichen Bargeldbestand abwich. Meine drei Begleiter, die Dolmetscherin und Fahrer, welche uns abholen wollten, waren sicherlich nervöser über die Warterei als ich selbst.                                                                   Um uns rechtzeitig registrieren zu lassen, übernachteten wir in Minsk im Hotel Belarus und fuhren am nächsten Tag nach Gischenka weiter.                                                  Unterwegs kauften wir in Mogilev, wo uns der Schulleiter der Schule in Gischenka schon erwartete verschiedene Gegenstände ein. Dann ging es weiter nach Slawgorod wo wir weitere Einkäufe im Konsum machten.                                                                       Da der Wechselkurs innerhalb weniger Tage sehr ungünstig geworden war, reichten die eingewechselten 30.000.000,00 Rubel nicht aus, um die bestellte Ware zu bezahlen. Doch Ende gut alles gut. Zum Glück hatte am Samstagnachmittag noch eine Bank geöffnet und ich konnte dort Geld umtauschen und unsere Schulden bezahlen.


Der Konsum in Slawgorod

Nun ging’s weiter nach Gischenka in die Schule, wo uns die Schülerinnen mit einem kleinen Konzert empfingen und die Lehrerinnen und Lehrer ein tolles Essen für uns bereitet hatten. Nach vielen Trinksprüchen verabschiedeten wir uns in unsere Privatquartiere in Slawgorod.

Am nächsten Tag besichtigten wir zunächst die Kreisstadt Slawgorod, um danach von den Lehrern mit Schaschlik und anderen Köstlichkeiten am Ufer des schwarzen Sees verwöhnt zu werden.

Danach fuhren wir an die heilige Quelle des blauen Sees. Ein sehr interessanter Ausflug, welcher uns in die Geheimnisse des russisch-orthodoxen Glaubens einführte. Im eiskalten Wasser des Sees wurde gekneippt, die Leute rieben sich mit Schlamm ein oder füllten das Wasser wegen seiner heilenden Wirkung in Flaschen ab um es zuhause zu genießen.


Der blaue See bei Slawgorod (Heilige Quelle)

Nach einer abenteuerlichen Fahrt über die staubige Landstraße mit einer Pontonbrücke kehrten wir nach Slawgorod zurück, um noch ein wenig die Stadt zu erkunden. Ein wahrlich festliches Essen bei unseren Gastgebern schloss den Tag ab. Allerdings fuhren wir zwischen dem Hauptgang und dem Nachtisch noch kurz nach Rschawka um dort das Denkmal für den Sieg Peter des Großen über die Schweden zu besichtigen. Ein wenig Bewegung und frische Luft tat allen gut.

Um 8.00 Uhr ging’s dann am nächsten Morgen nach Mstislawl, wo wir in einem ehemaligen Jesuitenkloster ein Internat für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder besuchten. Hilfe für die Kinder ist dort aber nicht notwendig und die Kosten für die Gebäudeunterhaltung können wir nicht aufbringen, so dass wir dort leider nicht helfen konnten. Auch dort besuchten wir eine heilige Quelle, welche gegen Augenleiden helfen soll. Das dortige Kloster aus dem 12. Jahrhundert ist leider nur noch eine Ruine.


Ehemaliges Jesuitenkloster in Mstislavl in dessen Nebengebäuden ein Gehörlosen-Internat untergebracht ist (fotografieren verboten!)

Danach ging’s bei brütender Hitze (35°) direkt von der russischen Grenze 530 km weit nach Minsk. Eine Tortur ohne Klimaanlage und Gebläse im Auto.

Am nächsten Tag besuchten wir bei strömendem Regen die Behinderten-Tagesstätte „Offene Tür“ und ließen uns dort die Arbeit erklären, welche Dank unserer Hilfe immer mehr Fortschritte macht.

Das inzwischen sehr kalte Wetter und der Regen ließ unsere vorgesehene Stadtbesichtigung buchstäblich ins Wasser fallen. Mit einem Besuch des Balletts „Dornröschen“ schloss dieser Tag ab.

Die Stadtbesichtigung holten wir dann am nächsten Tag nach. Auch besuchten wir das Kunstmuseum und unseren Freund Boris Lutsenko im Gorki Theater, welcher mit unserer Hilfe Straßen- und Waisenkinder unterstützt.

Der folgende Tag war dem Sonderschul-Internat Rudensk gewidmet. Zunächst kauften wir für die neu eingerichtete Klasse für Landschaftsgärtner Maschinen und Geräte ein. Einige Millionen Rubel mussten auf der Bank eingetauscht werden. Jeder Euroschein wurde dabei mehrmals genau geprüft und auch im Geschäft wurde wieder jeder Rubelschein unter die Lupe genommen. Diese Prozedur dauerte mindestens eine Stunde. Aber dann ging’s ans Einladen und auf Leitern und Geräten sitzend nach Rudensk, wo wir die Gebäude besichtigten und ich so nebenbei auch prüfte, ob unsere „Hilfe“ tatsächlich noch an Ort und Stelle war. Meine Begleiter waren von der Arbeit und diesem Heim tief beeindruckt.                                                                                   Die Kinder gestalten zusammen mit ihren Betreuern das Heim wohnlich.

Ein Ausflug in strömendem Regen über die Erinnerungsstätte Chatin nach Witebsk füllte den nächsten Tag aus.

Das Stadtfest in Minsk war wegen der Kälte und dem Regen kein besonderes Vergnügen.

Folgende Institutionen und Personen wurden von uns bedacht:                                    Schule in Gischenka                              -:10.135,20 €                                                Sonderschul-Internat Rudensk                -: 4.493,52 €                                               Straßen- und Waisenkinder in Minsk        -: 1.000,00 €                                               Sportjugend in Slawgorod                       -:   194,90 €                                                MS-Kranke in Minsk                                -:   600,00 €                                                Behinderten-Kindertagesstätte in Minsk   -: 1.500,00 €                                               Insgesamt 2008                                 -: 17.923,62 €

Verschiedene Besuche und Besichtigungen waren für die restliche Zeit unseres Aufenthalts noch vorgesehen.

Müde und mit vielen neuen Eindrücken beladen kehrten wir dann gerne wieder nach Pfalzgrafenweiler zurück.

   
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