Eine Reise mit Hindernissen und Überraschungen

die wir (Dieter  Lutz und Dietrich Galsterer aufgrund vieler kleiner und größeren Spenden auch in diesem Jahr durchführen konnten liegt hinter uns. Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender.

Am Montag dem 13. August 2018 brachen wir um 3.30 Uhr in Pfalzgrafenweiler auf in Richtung Flughafen Frankfurt. Der gebuchte Parkplatz war schnell gefunden und auch der Shuttlebus kam pünktlich, sodass wir relativ viel Zeit hatten zum Einchecken.

Gegen 13.13 (belarussische Zeit) waren wir in Mink, wo uns unser Fahrer Valentin und Dolmetscherin Olga schon erwarteten um nach Slawgorod zu fahren. Dort blieben wir einige Tage um in Mogilev und Slawgorod einzukaufen, aber auch um Land und Leute weiter kennenzulernen.

Am Abend bereitete uns Olga, die Ehefrau unseres Fahrers, bei deren Familie wir auch wohnten da es in der Kreisstadt Slawgorod kein Hotel gibt, ein sehr eichhaltiges und köstliches Abendessen. Dann hieß es gute Nacht.

Dienstag, 14.08.2018  

An der blauen Quelle                                       Heute war Feiertag in Slawgorod. An der blauen Quelle wurde das Makkabäusfest gefeiert, verbunden mit der Segnung des Honigs. Tausende Menschen waren dort. Ein einmaliges Ritual. Die Leute gehen barfuß in das eiskalte Wasser, manche tauchen auch unter ( in voller Bekleidung) und hoffen auf Heilung. Ikonen werden inbrünstig geküsst und jeder Imker versucht einen Tropfen des Weihwassers auf seinen Honiggläsern zu erhaschen welche der Priester auf einem ca. 1000 m langen Marsch versprüht. Diese Frömmigkeit nach jahrzehntelangem Kommunismus in der ehemaligen Sowjetunion ist erstaunlich.


Bootsfahrt auf dem Fluss                                 Am Nachmittag hat uns der Leiter der Sportschule für die wir neuzeitliche Sportartikel zu einer Bootsfahrt auf dem Fluss eingeladen. Eine rasante Angelegenheit! So ein leicht umgebautes Schnellboot der UDSSR-Armee ist für uns Landratten eine wackelige Sache. Wir haben es aber gut überstanden. Nicolai der Leiter der Sportschule freute sich sichtlich, dass er auch für uns etwas Gutes tun konnte.


Mittwoch 15.08.2018

Lopatitschi und Mogilev                                   Heute ging es nach einem deftigen Frühstück nach Lopatitschi Dort wollen wir erstmals in einer ganz ärmlichen Gegend eine Schule besichtigen und eventuell unterstützen. Die dortigen Verhältnisse erinnerten mich an meine Schulzeit im Jahr 1947. Uralte Einrichtung und Ausstattung! Da macht helfen richtig Spaß! Mit dem Schulleiter saßen und redeten wir noch längere Zeit.                                                        Am Nachmittag ging es zum Einkaufen bzw. Bezahlen der vorbestellten Waren nach Mogilev. Frohgemut zückte ich die Kreditkarte des Vereins. Im ersten Geschäft ging alles glatt denn dort konnte ich gegen Unterschrift bezahlen, wenn auch in kleinen Raten, weil das Gerät nur bis 900 Rubel akzeptierte. Also waren 7 Buchungen erforderlich und am Ende noch 100 Rubel in bar, da das Gerät von derselben Karte nur bis zu 4000 Rubel akzeptierte (Sicherheitsmaßnahme). Dann wurde es "lustig" und meine Neven lagen blank! In den nächsten Geschäften bzw Banken wurde die PIN verlangt und da sagte das Gerät: Karte gesperrt. Jetzt war guter Rat teuer. Ich musste letztendlich diese und weitere Rechnungen mit meiner privaten Karte bezahlen, also kräftig unser privates Konto überziehen. Ein teurer Anruf bei der Bank erbrachte, dass die Vereinskarte am nächsten Tag wieder funktionieren würde!                                                                                                                                                      So gibt es bei jeder Hilfsfahrt nach Belarus immer wieder neue Überraschungen! Für meinen Reisebegleiter Dieter Lutz, den wir nicht von unserer Irrfahrt von Bank zu Bank informieren konnten (wir suchten eine solche welche das Bezahlen gegen Unterschrift erlaubte) eine langwierige Warterei in brütender Hitze!


Donnerstag, 16.08.2018

Schule in Gischenka                                          Heute gingen wir in Slawgorod zum Einkaufen bzw. Bezahlen der vorbestellten Waren. Mit gemischten Gefühlen betraten wir das erste Geschäft. Die Kreditkarte funktionierte! Da ging ein Aufatmen durch alle die das Dilemma vom Vortag miterlebt hatten. Schnell waren wir dann fertig und fuhren zur Schule nach Gischenka wo die Sachen bereits in der Sporthalle zur weiteren Verwendung und Verteilung innerhalb der Schule eingelagert waren.                                             Mit den Lehrern  ging es dann an den schwarzen See zu Schaschlik und Fischsuppe. Es wurde ein netter Nachmittag. Na ja, bis jeder seinen Trinkspruch (incl. ein Glas Wodka) vorgebracht hatte verging die Zeit.                                                            Danach ging es zurück ins Quartier nach Slawgorod. Nach solch einer Tortur konnte jeder gut schlafen.


Freitag, 17.08.2018

Nach einem deftigen Frühstück (Spiegeleier, Bratkartoffeln, Salat und etwas Brot) fuhren wir nach Minsk zurück da unsere "Mission" in Slawgorod beendet war. Nach einigen Tankstopps kamen wir dort am Nachmittag an und bezogen unsere Zimmer des Hotels "Planeta" im 11. Stockwerk. Die Zimmer waren ok und die Aussicht auf die Stadt wunderbar. Nach einem kurzen Abendsparziergang hieß es "gute Nacht".


Samstag, 18.08.2018

Auch im Hotel gab es ein reichhaltiges und umfangreiches Frühstück, ganz nach unseren Gepflogenheiten in Deutschland.

Danach berieten wir wie wir den kommenden Tag gestalten wollen, denn heute war frei! Keine Einkäufe, keine Banken, keine Bezahlungen. Sollen bzw. wollen wir die erst vor kurzem von den Präsidenten Österreichs, Deutchlands und Belarus eingeweihte KZ- Gedenkstätte Trostenez besuchen oder nicht? Nach einer kurzen Bedenkzeit entschieden wir uns dafür.  Das ehemalige Straflager aus Stalins Zeiten wurden dann von der deutschen Besatzungsmacht in ein KZ umgewandelt bzw. vergrößert. Ein riesiges Gelände mit nur wenigen Resten des Lagers waren zu sehen, aber imposante Hinweistafeln führten zu den ehemaligen Baracken usw. Auf den Stelen wurde auch darauf hingewiesen wie viele zigtausend Menschen ermordet wurden bzw. umgekommen sind. Den Nachmittag verbrachten wir dann in Minsk.


Sonntag, 19.08.2018

Heute stand ein Besuch bei der Leiterin der Behinderteneinrichtung "Sonnenkinder" an. Sie empfing uns auf ihrer Betscha. Nur ihre eigenen Kinder, die schon erwachsen sind und eine Mutter mit ihren Kindern waren da (Sonntag).Wir wurden köstlich bewirtet mit den Erzeugnissen aus dem Garten der Datscha. Dabei wurde uns bewusst, dass die Menschen in Belarus ohne ihre Datschen kaum mit ihrem Einkommen auskommen können. Die mtl. Rente beträgt umgerechnet rd. 140 Euro. Lange haben wir uns unterhalten und dabei viel gelernt und natürlich eine Spende für die Arbeit mit und für die Kinder übergeben.


Montag, 20.08.2018

Auch heute ist kein Arbeitstag denn wir hatten zwei private Einladungen.

Zum Ersten: wir waren zu Gast in einem schönen Restaurant bei Larissa, einer uns schon seit lange bekannten Dolmetscherin aus Minsk. Erst dort erfuhren wir, dass dies ihre Geburtstagsfreier war. Nachträglich kam die Bemerkung: Seltsam es gab keine Trinksprüche!  Zum Zweiten: Die Gesangsgruppe Kressiwa hat auf ihre Datscha eingeladen und über ihre Arbeit für MS-Kranke berichtet. Natürlich sprachen wir auch über die geplante Konzertreise nach Pfalzgrafenweiler.                                                                                                                                           Zwei sehr angenehme und interessante Einladungen.


Dienstag, 21.08.2019

Heue war wieder ein freier Tag. Eigentlich wollten wir ein Museum besuchen, dieses hatte aber geschlossen. Also machten wir wieder einen Stadtsparziergang und fuhren mit der Bahn nach Sula in das dortige Freilichtmuseum, einem ehemaligen Rittergut. Ein riesiges Gelände mit vielen Attraktivitäten: Kutschfahrten, Steinkreise à la Stonehenge und vielem Anderem. Man hätte dort einen ganzen Tag verbringen können. Aber wir hatten am Abend zum Abschiedsessen bzw. Dankesessen an alle die uns in den letzten Tagen begleitet hatten eingeladen. Also wieder zurück nach Minsk.


Mittwoch, 22.08.2018

Morgens um drei Uhr stand das Taxi und Dolmetscherin Olga vor dem Hotel zur Fahrt zum Flughafen. Ohne Probleme konnten wir einchecken und ab gings in Richtung Heimat. Auch in Frankfurt fanden wir rasch den Bus zum Parkplatz und fanden nach ein wenig suchen unser Auto und erreichten zügig Pfalzgrafenweiler.                   Müde aber zufrieden!

Unsere Hilfe (Ihre Hilfe) in Zahlen:

Schule in Lopatitschi                             4.478,56 €                                                                                          Schule in Gischenka                              4.838,42 €                                                                                         MS Kranke in Minsk                                 600,00 €                                                                                         Sportschule in Slawgorod                      2.248,60 €                                                                                         Behinderte Kinder in Minsk                    2.000,00 €

Insgesamt                                       14.165,58 €


   
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