Nachfolgender Bericht ist mit freundlicher Genehmigung des Verfassers Uwe Ade aus dem Schwarzwälder Boten entnommen: 


Empfang in der Schule in Gischenka mit (von links) Dolmetscherin Olga Seregina, Elena vom Schulamt Slawgorod, Schuldirektor Alexander Viktorowitsch Stepanow, Dietrich Galsterer, Dieter Lutz, Hartmut Theurer. (Foto Ade)

Helfer unterwegs in Weißrussland

Einrichtungen und Organisationen brachte eine Gruppe des Vereins Kinder in Tschernobyl (KiT) Pfalzgrafenweiler bei der jährlichen Hilfsaktion nach Weißrussland.

Pfalzgrafenweiler (Ade). Direkt vor Ort wurden Hilfsgüter für eine Landschule in Gischenka, einem Sonderschul-Internat bei Minsk und einem Zentrum für Sportjugend bei Slawgorod eingekauft und mit Spendengeldern des Weilermer Vereins bezahlt. Unterstützt wurden zudem Familien mit Kindern mit Down-Syndrom und die Musikgruppe Kressiwa, die MS-Kranke unterstütz.

Auf der Hilfsfahrt gab es auch Gelegenheit Beziehungen zu pflegen und das Land und dessen Kultur kennenzulernen. Nach Weißrussland waren neben dem Organisator, Vereinsvorsitzendem und Altbürgermeister Dietrich Galsterer auch Hartmut Theurer, Dieter Lutz und Uwe Ade gereist.

Krass war der Unterschied zwischen dem einfachen und oft kargen Leben auf dem Land und dem modernen westlichen Stil in der Hauptstadt Minsk. Dort war die Gruppe mit dem Flugzeug angekommen und dort erwarteten Fahrer und Gastgeber Valentin Lartschenko und Dolmetscherin Olga Seregina die gruppe.

Nach fast 250 Kilometern von Minsk Richtung Mogilow kam die Gruppe kurz vor Mitternacht in Slawgorod an, wo Olga, die Ehefrau des Fahrers und ihre Tochter Elena die Gruppe mit einem mitternächtlichen Festessen empfingen. Da durfte freilich als Zugabe zu einer großen Eierpfanne, Salat, Fleisch und Gurken sowie ein großer Topf gekochter Kartoffeln nicht fehlen.

Im etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernten am Fluss Sosch liegenden Slawgorod (etwa 8000 Einwohner), war die Gruppe für die nächsten drei Tage im Haus von Olga und Valentin Lartschenko untergebracht. Das frühere Propoisk wurde 1945nach dem Sieg über die Nazis im zweiten Welttkrieg in Slawgorod umbenannt, was so viel bedeutet wie ruhmreiche Stadt. Die vier Helfer mussten sich dort daran gewöhnen ohne warmes Wasser auszukommen. In den nächsten Tagen kauften sie in verschiedenen Geschäften Waren, die sie später verteilten.

Zur Begrüßung gibt´s ein Fußballspiel

Etwa in der Schule in Gischenka. 89 Schüler von der ersten bis zur elften Klasse besuchen diese Einrichtung. Schuldirektor Alexander Viktorowitsch Stepenow und seine Kollegen begrüßten die Gäste aus Deutschland.

Bei der nächsten Hilfsaktion im Sportzentrum in Slawgorod hatte der dortige Direktor ein Fußballspiel für die Gäste organisiert. Max Kappler, Fußballfan und Gönner des Weilermer Vereins, konnte aber nicht dabei sein, auch wenn das Spiel auf seinen Wunsch hin auf die Beine gestellt worden war.

Ein Ruhetag war dem Kennenlernen der weißrussischen Kultur gewidmet. Die Helfer waren beim Makkabäus-Fest an der heiligen Blauen Quelle und erlebten neben dem Tag des Honigs auch einen Kreuzgang.

Danach ging es wieder zurück in die 1,9 Millionen-Einwohner-Stadt Minsk, die dieses Jahr ihr 950-jähriges Bestehen feiert. Interessant für die Helfer war ein Besuch des russisch-orthodoxen Klosters zur Heiligen Elisabeth in Minsk.

Das St. Elisabeth Kloster mit heute fünf prunkvollen Kirchen - eine sechste ist im Bau - wurde 1999 auf dem Gelände einer ehemaligen Nervenheilanstalt gegründet. Im Kloster werden an die 1000 Arme und Kranke betreut.

Als weitere Hilfsaktion wurde das Sonderschul-Internat Rudensk etwa 30 Kilometer außerhalb von Minsk unterstützt. In diesem Sonderschulinternat leben 130 "soziale" Waisenkinder, von denen fast die Hälfte leichte körperliche und psychische Behinderungen haben. Internatsdirektor Valentin Hilewskij und sein Stellvertreter Nicolaj Schakura zeigten beim Rundgang die Einrichtung und dankten für die Hilfe.

Besucht auch Familien vom Verein Offene Tür mit Kindern mit Down-Synd4om, denen der Weilermer Verein hauptsächlich die Theaterausbildung finanziert. Die Musikgruppe Kressiwa in Minsk wurde ebenfalls besucht und unterstützt. Schon mehrmals war die Gesangsgruppe in Pfalzgrafenweiler und gab Konzert.

Auch nach vielen Jahren immer etwas Neues.

Als nächstes stand ein Abstecher zum weißrussischen Biathlon-Trainingszentrum Raubichi und ein Besuch im Kriegsmuseum auf dem Programm. Darin wird an den zweiten Weltkrieg erinnert.

Den letzten Abend verbrachte die Gruppe mit Freunden und Bekannten aus Minsk beim Abschiedsessen in einem Restaurant. "Es war ein sehr angenehmer Aufenthalt in Belarus, wir haben viel gesehen und obwohl wir schon seit vielen Jahren kommen, ist immer etwas Neues dabei", zog Dietrich Galsterer ein Fazit zum Aufenthalt in Weißrussland.

Autor: Uwe Ade

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Unsere Hilfe 2017 in Belarus

Schule in Gischenka                         7.991,04 € 
Sportjugend in Slawgorod
MS-Kranke in Minsk                      
Kinder mit Behinderungen in Minsk
Sonderschulinternat in Rudensk 
Insgesamt
  2.248,59 €
     600,00 €
  3.000,00 €
  4.072,85 €
17.912,48 €

Herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spendern welche zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben. Ihnen allen wünschen die Beschenkten alles, alles Gute.

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Unser Quartier  in Slawgorod (der landwirtschaftliche Teil).

Feierlicher Empfang bei unseren Gastgebern Olga und Valentin mit Tochter Elena um Mitternacht in Slawgorod.

Rituelles Bad in der "Blauen Quelle"     (4° C) bei Slawgorod anlässlich des Makkabäus-Festes.

Taufe, Segnung der Gläubigen und Segnung des Honigs  (am "Blauen See")

Kreuzgang um den "Blauen See"

Beim Einkauf für die Schule in Gischenka

Auf der Ehrentribüne beim Fußballspiel der Aktiven gegen die Junioren-Mannschaft der Sportschule Slawgorod.

Wasserversorgung auf dem Land!

Das Elisabeth Kloster bei Minsk.

Bei den behinderten Kinder bzw. Jugendlichen der "Offenen Tür" in Minsk

Das belarussische Biathlon-Trainingszentrum Raubichi

Das Sonderschul-Internat Rudensk

Gedenkstätte an die Opfer des                2. Weltkriegs



Werte Spenderinngen und Spender, Meine Damen und Herren,                             mit leichter Verspätung - aus technischen und persönlichen Gründen - hier nun endlich unser Bericht über die gelungene Hilfsfahrt 2016 welche nur mit ihrer Hilfe möglich wurde.

Mir schien die Dankbarkeit der Beschenkten in diesem Jahr besonders groß und herzlich.                                                                                                         Dies hängt wohl auch von der enormen Abwertung des belarussischen Rubels ab, denn die Waren werden dadurch nicht billiger, sondern teurer, aber der Geldwert nimmt von Tag zu Tag ab. Dadurch sinkt die Kaufkraft. Die Renten und Löhne mit umgerechnet 200,00 € - 250,00€ reichen kaum aus um in den Städten die Mieten  zu bezahlen oder gar Lebensmittel und Kleidung zu kaufen. Ganz abgesehen von den gesundheitlichen Problemen die in Weißrussland (Belarus) auf Grund der Tschernobyl-Katastrophe besonders krass sind.                                                Nach Tschernobyl wurden viele verstrahlte Dörfer und Städte dem Erdboden gleichgemacht. Die Menschen wussten nicht wohin oder wurden umgesiedelt und sind dann wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückgekehrt und leben wieder in diesen Gebieten und produzieren Lebensmittel für die städtischen Märkte.              So auch im Kreis Slawgorod den wir seit Jahren besuchen. Dort wurden 16 Dörfer eingeebnet, aber die Menschen blieben in der Gegend bei Verwandten oder Freunden. Wohin hätten sie auch gehen sollen, denn ohne Geld kann man keine neue Existenz aufbauen. Die Not ist dort also besonders groß.

Erinnerungsstätte an die im Kreis Slawgorod abgerissenen Dörfer.

Am Mittwoch, dem 25.Mai starteten wir (Max Kappler, Dieter Lutz, Hartmut Theurer, Karl Theurer und Dietrich Galsterer) vom Flughafen Frankfurt aus mit der BelAvia in Richtung Belarus wo wir gegen 18.00 Uhr von unserer Dolmetscherin und Organisatorin Olga erwartet wurden. Mit dem Taxi ging es nach Minsk ins Hotel Jubilenjny wo wir recht gut und preiswert untergebracht waren. Vom achten Srockwerk aus hatten wir einen schönen Blick auf die Umgebung.

Danach hieß es gute Nacht, denn wir waren ja schon seit dem frühen Morgen unterwegs und hatten auch noch eine Stunde Zeitverschiebung.

Am nächsten Tag (Donnerstag) besuchten wir die Tagesstätte "Offene Tür) für Kinder mit Down-Syndrom in Ihrem neuen Zuhause. Leider mussten sie umziehen nachdem der belarussische Staat der schwedischen methodistischen Kirche die Bezahlung der Miete verboten hat.

Wir finanzieren dort in erster Linie die Sport- und Tanzausbildung und freuen uns, dass die Gruppe schon tolle internationale öffentliche Auftritte hatten.

Minsk. "Unsere" Kinder der der Tagesstätte "Offene Tür"

Aber auch Geburtstagsgeschenke und Geburtstagsessen werden von uns finanziert.

Den Abend verbrachten wir bei der Gesangsgruppe "Kressiwa" (in Pfalzgrafenweiler bekannt) wo Anatoli ein köstliches Abendessen bereitet hatte. Gemeinsam mit dieser Gesangsgruppe unterstützen wir MS-Kranke in Minsk. 

Freitag, 27 Mai 2016

Der Tag begann mit einem Spaziergang durch den Stadtpark zum Denkmal des Sieges der Sowjetunion 1945. Ein imposantes Bauwerk welches in den letzten Jahren erneuert und durch ein Museum erweitert wurde.                              Während ich für RA Trommsdorf etwas zu erledigen hatte machten meine Begleiter einen Spaziergang und besuchten unter anderem den großen Basar (Markthalle). Der Abend klang mit einem Besuch des Musicals "My Fair Lady" aus.

"My Fair Lady" in Minsk.

Samstag, 28. Mai 2016

Da unser Fahrer und Gastgeber Valentin inzwischen mit einem Kleinbus aus Slawgorod angereist war, gönnten wir uns einen freien Tag und machten einen Ausflug nach Grodno an der Memel, einer ehemaligen Hansestadt in der Nähe der polnischen Grenze. Die Stadt gehörte von 1919 bis 1939 zu Polen, davor zu Litauen oder ab 1795 zu Russland. Eine interessante Stadt also in welcher die Stilelemente dieser abwechslungsreichen Geschichte deutlich zu erkennen sind.

Grodno:  Blick vom alten Schloss auf die Memel und die Boris Cheb Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

In der Umgebung wird seit 2012 am Bau des ersten weißrussischen Atomkraftwerks gearbeitet. Es soll 2018 fertiggestellt sein.

Dann ging es am Sonntag, 29. Mai weiter in Richtung Slawgorod mit Einkaufsstopp in Mogilev. Große Probleme bereitete nicht das einkaufen selbst, sondern das Bezahlen mit der VISA-Karte. In manchen Geschäften "sagten" die Lesegeräte: Kein Geld vorhanden. Peinlich, peinlich! Was tun? Also ab in die nächste Bank um am Automaten Geld abzuheben und mit Bargeld bezahlen. Alles in Allem recht und gut, aber auch am Automat gab es Probleme, sodass ich dann auch noch meine private Karte benutzen musste, was mir zu Hause bei der Kassenabrechnung des Vereins ziemlich viel Kopfzerbrechen bereitete und auch mit erheblichen Bankgebühren verbunden war. Letztendlich konnten wir dann doch alles kaufen was für die Schule in Gischenka und die Sportjugend in Slawgorod bestimmt und vorbestellt war.

Mogilev: Unsere Einkäufe für die Sportjugend werden verladen.

Nach einem Stadtspaziergang fuhren wir dann endgültig weiter nach Slawgorod wo uns unsere Gastgeberin Olga schon sehnlichst erwartete und ein herrliches Abendessen zubereitet hatte.

Montag, 30. Mai: Auch in diesem Jahr wurden wir wiederum zum "letzten Klingeln" in die Schule nach Gischenka eingeladen. Also hieß es früh aufstehen um nach Gischenka zu fahren. Das sogenannte letzte Klingeln ist die Entlaßfeier für die Abiturienten  und gleichzeitig der Beginn der dreimonatigen Sommerferien. Eine sehr feierliche Veranstaltung bei der die Schule (auch für uns) zeigt was sie hat und was sie leisten kann.

Der Einzug der Schüler zum Fest des "letzten Klingelns"

Anschließend wurden wir vom Direktor und seiner Frau zum Mittagessen in ihr Haus eingeladen. Wie immer bei solchen Einladungen biegt sich der Tisch von den vielen belarussischen Leckereien die uns angeboten wurden. Mindestens ein halber Monatslohn stand auf dem Tisch und es war unmöglich alles zu essen oder gar zu trinken.

Dienstag, 31. Mai: So langsam ging unser Aufenthalt in Slawgorod seinem Ende entgegen, aber nicht ohne das traditionelle Grillfest am "Schwarzen See" bei Gischenka. Alle Lehrerinnen und Lehrer waren anwesend um mit uns zu feiern und so ihren Dank für unsere Hilfe auszudrücken, aber auch um das Schuljahresende zu begießen. Daher war die Stimmung recht ausgelassen und es wurde ein langer Tag. Schön war´s.

Abschlussfest der Lehrerinnen und Lehrer am Schwarzen See auch zu unseren "Ehren".

Mittwoch, 01. Juni: Heute hieß es Abschiednehmen von Slawgorod und wieder in   Richtung Minsk abzufahren. Mit herzlichem Dank verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern (welche uns ihr komplettes Haus zur Verfügung  gestellte hatten und selbst ausgezogen sind) Valentin brachte uns wieder nach Minsk. Unterwegs kauften wir in Mogilev noch ein paar Kleinigkeiten für die Slawgoroder Sportjugend ein, die wir am Sonntag bestellt hatten und nicht vorrätig waren. Gegen Abend war dann wieder das Hotel erreicht.

Donnerstag, ´02. Juni: Heute war unser letzter Einkaufstag. Schon am Morgen kamen Valentin und Nikolai, die Direktoren des Sonderschul-Internats Rudensk beim Hotel an. Dort trennten wir uns, denn ein Teil unserer Gruppe wollte noch eine Stadtrundfahrt machen, denn die Warterei beim stundenlangen Einkaufen ist nicht sehr unterhaltsam, auch wenn anschließend noch ein Besuch im Internat Rudensk geplant war. Am Abend trafen wir uns dann wieder zu einem "Abschiedsbierle" vor dem Hotel.

 Am nächsten Tag ging´s dann in Richtung Heimat.

Dank der wiederum großzügigen Spenden für diese Hilfsfahrt konnten wir (mit einem Restbetrag aus dem Vorjahr) rund 13.150,00 € (290.000.000,00 belarussische Rubel) für die Hilfe ausgeben:

Im Einzelnen waren dies:

. Sportjugend in Slawgorod                                      -:  1 033.52 € 

.Schule in Gischenka                                               -:  6 444,63 €

. MC-Kranke in Minsk                                                -:    600,00 €

. Sonderschul-Internat in Rudensk                             -:  3 070,63 €

. Behinderte Kinder "Offene Tür"                                 -: 2 000,00 €

Wir sollen alle Spenderinnen und Spender sehr, sehr herzlich grüßen und vor Allem ganz herzlich danken. Die Menschen in Belarus können es gar nicht fassen, dass wir aus Pfalzgrafenweiler nun schon über 20 Jahre helfen.

Auch mir persönlich ist es ein großes Anliegen allen die zu diesem Spenderfolg beigetragen haben zu danken.


   
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